Was passiert im Kopf einer oder eines 16-Jährigen? Zwischen Leistungsdruck, Zukunftsangst und dem ganz normalen Wahnsinn des Erwachsenwerdens fühlen sich viele isoliert mit ihren Sorgen. Beim vierten Termin mit der 7. Klasse des BORG zeigte sich jedoch: Wer seine Sorgen auf die Bühne bittet, merkt schnell, dass er im Publikum nicht alleine sitzt.
Der Einstieg in den Workshop war physikalischer Natur. Mit Klängen und Frequenzen wurde verdeutlicht, dass Informationen und Stimmungen nicht nur im Kopf stattfinden, sondern körperlich fühlbar sind. Frequenzen machen etwas mit uns: Sie können uns in Stress versetzen oder zur Ruhe bringen. Diese Erkenntnis war die Basis für den nächsten Schritt: den Blick nach innen.
Vorhang auf für das Sorgentheater
In einer geführten Meditation, dem „Sorgentheater“, durften die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Sorgen als Charaktere auf einer Bühne betrachten. Da gibt es die lauten Sorgen, die alles überbrüllen, die schüchternen im Hintergrund und die „Drama-Queens“, die die ganze Bühne für sich beanspruchen.
Der Clou dabei: Die Jugendlichen schlüpften in die Rolle der Regie. Wenn ich der Regisseur meines Lebens bin, wie sieht dann das Drehbuch aus? Muss die laute Sorge wirklich immer im Rampenlicht stehen oder darf auch mal ein leiserer Charakter nach vorne?


Die Empathy Map
Mit diesem Bild im Kopf ging es an die Arbeit mit der „Empathy Map“. In Kleingruppen wurde eine fiktive, typische Person im Alter von 16 bis 18 Jahren entworfen. Was hört, sieht, sagt und tut diese Person den ganzen Tag? Was sind ihre „Pains“, die Herausforderungen und was ihre „Gains“, die Ziele und Freuden?
Obwohl die Gruppen unabhängig voneinander arbeiteten, war das Ergebnis verblüffend ähnlich. Egal, welches Aussehen, welche Musikrichtung oder welche Peer-Group – die Essenz der Herausforderungen blieb dieselbe.
„Ich bin okay“
In der Reflexionsrunde kristallisierte sich ein gemeinsames Credo heraus: „Ich bin nicht allein.“ Die Erkenntnis, dass sich fast alle in diesem Alter mit denselben Sorgen und Unsicherheiten herumschlagen, wirkte sichtlich erleichternd. Das Gefühl, „normal“ zu sein, genau so, wie man ist – mit all dem Chaos im Kopf – schuf eine Verbundenheit.



