Das rosa Tütchen: Wenn Glück zur Hausübung wird

Kann ein rosa Tütchen die Stimmung in einer ganzen Familie verändern? Ja, es kann. In der Volksschule Unterweitersdorf stand alles im Zeichen des „rosa Tütchens“. Was als Methode der Positiven Psychologie im Klassenzimmer begann, fand seinen Weg direkt nach Hause – und sorgte für einen Anruf, der das Team tief berührte.

Schon der Start in den Morgen zeigte, wie nachhaltig die Arbeit des INNERversums wirkt. Ohne Aufforderung wünschten sich die Kinder das „Guten-Morgen-Spiel“ vom letzten Mal. Sie hatten den Klatsch-Rhythmus, in dem gemeinsam „Guten Morgen“ gesprochen wird, noch perfekt im Kopf und forderten dieses Ritual der Verbundenheit aktiv ein. Ein schönes Zeichen: Gemeinsames Tun schafft ein starkes Wir-Gefühl und aktiviert für den Tag.

Fokus auf das Gute Das Herzstück des Workshops war jedoch das „rosa Tütchen“. Eine Methode aus der Positiven Psychologie, die dabei hilft, den Blick bewusst auf die guten Dinge zu lenken. Nach einer kurzen Meditation notierten die Kinder ihr persönliches „Kraftwort“ in ihr Glückstagebuch oder eine positive Gedankennotiz auf einem Post-it. Was läuft gerade gut? Wofür bin ich dankbar?

Dann wurde die Geschichte des rosa Tütchens gelesen und es wurde gebastelt. Die „Hausübung“ war diesmal eine Einladung an die Freude: Am Abend sollte ein weiterer Zettel im Tütchen landen, auf dem steht, was heute schön war. Ganz wichtig dabei: Es dürfen die ganz kleinen Dinge sein. Auch die Familie wurde eingeladen, mitzumachen.

Nicht verdrängen, sondern lenken Warum ist das wichtig? Ein Junge in der Klasse war an diesem Tag sehr traurig und gekränkt. Durch spielerische Übungen, die den Fokus auf Vorlieben und positive Aspekte lenkten, veränderte sich seine Stimmung sichtbar. Er lachte und strahlte wieder.

Das rosa Tütchen lehrt genau das: Es geht nicht darum, unangenehme Gefühle zu verdrängen. Sie dürfen da sein. Aber wir haben die Wahl, sie irgendwann wieder auf die Seite zu packen und den Scheinwerfer bewusst wieder auf das zu richten, was uns stärkt.

Wenn der Funke überspringt Wie sehr die Kinder diese Botschaft verinnerlichten, zeigte sich am nächsten Tag. Ein Mädchen hatte die Aufgabe besonders ernst genommen. Sie bastelte zu Hause ein eigenes rosa Tütchen für ihre Mama, damit auch sie ihren Fokus auf das Schöne lenken kann.

Die Mutter meldete sich daraufhin beim Team – sichtlich berührt und dankbar für diese wertvolle Übung. Die Impulse aus dem INNERversum bleiben nicht im Klassenzimmer. Sie werden in die Familien getragen und wirken dort weiter.