Was beschäftigt einen 16-jährigen Jugendlichen heute und wer möchte er in 14 Jahren sein? Beim dritten Workshop in der HTL 1-2 BTC drehte sich alles um den inneren Kompass, die Kraft des Atems und einen Brief, der erst im Jahr 2040 geöffnet wird.



Der Atem als Fernsteuerung
Der Vormittag startete mit einer bewussten Rückkehr zur Dankbarkeit. Um die mentale Gesundheit zu stärken, lernten die Jugendlichen, ihren Atem als Werkzeug zu begreifen. Durch das gezielte Verlängern der Ausatmung erfuhren sie direkt, wie sie ihr Nervensystem eigenständig beruhigen können. Der Atem fungiert hier als einzige Körperfunktion, die wir bewusst steuern, um sofortige Entspannung zu verankern.
Werte eruieren, Zukunft versiegeln
Im Zentrum stand bei dieser Einheit die Arbeit an den eigenen Werten. Die Schüler:innen setzten sich intensiv mit der Frage auseinander, was ein authentisches Leben ausmacht. Aus einer Vielzahl von Begriffen filterten sie ihre drei wichtigsten Werte heraus und reflektierten deren Bedeutung für ihren aktuellen Alltag.
Ein Highlight bildete das Verfassen eines Briefes an das eigene 30-jährige Ich. Trotz der großen Zeitspanne schrieben die Jugendlichen hochmotiviert nieder, welcher Mensch sie heute sind und welche Ziele sie für die Zukunft verfolgen. Mit flüssigem Wachs versiegelt, warten diese Zeilen nun darauf, am 30. Geburtstag Aufschluss über die Träume und Werte des 16-jährigen Selbst zu geben.



Raum für Austausch
Besonders beeindruckend verlief die Zeit im Freiraum. Entgegen gängigen Klischees wählten fast alle männlichen Jugendlichen das Format des „Half-Hour-Talks“. In diesem geschützten Rahmen können die Jugendlichen aktuelle Herausforderungen oder Konflikte thematisieren.
Diese Momente sind auch der Anlass für eine praxisnahe Wissensvermittlung: Wie interagieren das Reptilienhirn und der präfrontale Cortex in Stresssituationen? Durch das Verständnis des limbischen Systems und der Emotionsregulation erhielten die Jugendlichen konkrete kommunikative Strategien. Sie lernten, wie Achtsamkeit dabei hilft, Triggerpunkte zu erkennen und Konflikte souveräner zu meistern. Ein wertschätzendes Miteinander gelingt eben dort, wo man die eigenen Emotionen fühlt und versteht.




